PlasticsEurope intern
Neuer Präsident für den paneuropäischen Kunststoffverband
18. Juli 2008

Einer der wichtigsten internationalen Wirtschaftsverbände, PlasticsEurope, hat einen neuen Präsidenten. Der Belgier Jacques van Rijckevorsel - als Generaldirektor für den Bereich Kunststoffe der Solvay SA ein "Schwergewicht" der Branche - folgt in dieser Funktion John Taylor (CEO von Borealis bis Ende 2007).

Rijckevorsel vertritt damit mehr als 100 Mitgliedsunternehmen des Verbandes, die gemeinsam für rund 90 Prozent der Kunststoff-Produktion in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in Kroatien, Norwegen, der Schweiz und der Türkei verantwortlich zeichnen. In Österreich wird die Organisation durch PlasticsEurope Austria und deren Generalsekretär DI Heinz G. Schratt vertreten.

Als Werkstoff der Ressourceneffizienz und der Nachhaltigkeit spielen Kunststoffe in vielen der drängenden Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, eine entscheidende Rolle als Problemlöser, betonte van Rijckevorsel am 29.5. in seiner Antrittsrede in Ferrara. Konkret nannte er die hoch aktuellen Fragen der Energieeffizienz und des Klimaschutzes.



Energie-Effizienz
Kunststoffe in Transport und Verkehr
15. Juli 2008

Rund 15 Milliarden Barrel Rohöl fließen jährlich in Transport und Verkehr. Die Fort-bewegung von Menschen, Gütern und Tieren ist somit - mit einem Anteil von knapp 50 Prozent am weltweiten Verbrauch - der Erdölkonsument Nummer eins. Der Nachteil: Für die Energiegewinnung wird das Erdöl in Form von Treibstoff unwiederbringbar verbrannt - der Rohstoff wird zum Einwegprodukt. Ausgerechnet das "Erdölprodukt" Kunststoff kann helfen, die Ressource besser zu nutzen, den Verbrauch zu minimieren und somit die Emissionen zu senken.

Leichtgewichte im Fahrzeug
"Je geringer das Gewicht, desto geringer der Energieverbrauch" ist eine alte Formel, die überall im Transport gilt. Der Einsatz von leichtgewichtigen Kunststoffen setzt genau hier an. Bereits heute sind Leichtbauteile aus Kunststoff in Armaturenbrettern, Motorenelementen und im Fahrzeuginnenraum gang und gäbe. "Hochwertige Kunststoffelemente in Kraftfahrzeugen haben zwei wesentliche Vorteile: Sie verursachen weniger Reibungswiderstand und sind um ein Vielfaches leichter als Teile aus Alternativmaterialien", erklärt DI Harald Pilz von der Gesellschaft für umfassende Analysen/Denkstatt (GUA). "100 Kilogramm Kunststoff in einem Kraftfahrzeug sparen rund einen halben Liter Treibstoff auf 100 Kilometer. Für ein einzelnes Auto scheint das nicht besonders viel, doch hochgerechnet auf die in (West-)Europa zugelassenen Fahrzeuge ergibt dies eine Einsparung von 2,5 Millionen Tonnen Kraftstoff - pro Jahr. Mehr als neun Millionen Tonnen CO2-Emissionen können auf diese Weise allein in Europa eingespart werden."

Dass Kunststoffe dabei mindestens genauso haltbar sind wie Stahl oder Aluminium, beweisen Kohlefaser-Elemente. Der Spezialkunststoff ist extrem belastbar und findet nicht umsonst im Autorennsport als Werkstoff für Überlebenszellen Verwendung. EU-weit wird an der Verwendung des Materials in Lkw-Anhängern gearbeitet. Die mögliche Gewichtsersparnis spricht für sich: Gleichwertige Elemente aus dem extrem belastbaren Werkstoff sind rund 30 Prozent leichter als Aluminium und nur halb so schwer wie Stahl.

Gewichtsfaktor Verpackung
Auch bei der Frage des Gewichts der zu transportierenden Güter kommt man um Kunststoffe nicht umhin. Wer beim Transport von Waren auf dünne und widerstandsfähige Kunststoff-Folien verzichtet, benötigt bis zu sechsmal schwerere Verpackungen, um die Fracht fachgerecht zu befördern. Das geringere Gewicht der Folien bedeutet weniger Treibstoffverbrauch und geringeren CO2-Ausstoß. Mit jedem Kilogramm angewendeter "Schrumpf- und Stretch-Folien" aus Kunststoff werden 7.400 Gramm CO2-Equivalente weniger an die Umwelt abgegeben. Wie groß die Gewichtseinsparung allein durch die Verwendung der richtigen Verpackung sein kann, zeigt sich auch am Beispiel des allseits bekannten Joghurtbechers. Die Ladung eines Lkws, beladen mit in Kunststoffbecher gefülltem Joghurt, besteht zu mehr als 95 Prozent aus Joghurt. Füllt man das Joghurt in Glasbehälter, transportiert derselbe Lkw nur noch ungefähr 60 Prozent des Milchproduktes - die übrigen 40 Prozent machen die Glasbehälter aus. Es müssten nahezu doppelt so viele Lkw fahren, um dieselbe Menge der Speise zu transportieren.

Gewichtsersparnis im Transportwesen
Nicht nur auf der Straße spielt geringes Gewicht und hohe Stabilität eine wichtige Rolle - auch in der Luft sind im wahrsten Sinne des Wortes "federleichte" Bauteile unverzichtbar. Der neue Boeing 787 Dreamliner besteht bereits zu über 50 Prozent aus Verbundmaterialien. Wesentlicher Bestandteil dieser Elemente - Kunststoff. Ganze Bauteile können auf diese Weise aus einem Guss gefertigt und miteinander "verklebt" werden. Ein Rumpfteil aus einem Stück spart so rund 1.500 Aluminium-Teile. Der Effekt - 20 Prozent weniger Treibstoffverbrauch und Emissionen pro Fluggast. Eine reibungslose Koordination des Transports von Gütern und Personen zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft ist heute von höchster Bedeutung. Verzögerungen bedeuten nicht nur Mehrkosten, sondern auch höhere Belastungen für die Umwelt. Ware kann verderben oder falsch geliefert werden und muss noch einmal transportiert werden, Motoren laufen in Wartepositionen und das Aufholen verlorener Zeit bewirkt höheren Treibstoffverbrauch. Modernste Computersysteme, die erst durch den Einsatz von Kunststoffen möglich sind - Kabel, Bauteile, Monitore, Gehäuse, Speichermedien und Eingabegeräte bestehen zum Großteil aus dem Material - helfen, das Verkehrsvolumen zu planen und zu koordinieren.

Recycling und Wiederverwertung
Gleichgültig ob in Fortbewegungsmitteln, auf Ladeflächen oder in Computersystemen, eines haben Kunststoffe heutzutage gemeinsam: Sie landen nach ihrer Verwendung nicht mehr auf dem Müll. Moderne Recyclingsysteme ermöglichen eine Wiederverwertung der Kunststoffe und somit eine "Weiterverwendung" des in ihnen enthaltenen Rohöls. Rezyklierte Kunststoffe finden sich im Transportwesen und Verkehr wieder und ermöglichen ohne neuerlichen Rohöleinsatz ein Vielfaches der für ihre Produktion genutzten Ressource einzusparen - der Rohstoff wird zum Mehrwegprodukt.



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